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Leseprobe für das Buch Bildung ist ein großes Vergnügen
Vorträge, Aufsätze, Rezensionen über Musikgeschichte(n) aus drei Jahrhunderten
von Dr. phil. Gernot Maria Grohs:

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort Seite 5

 

 

1. Aufsätze

 

Ein unbekannter Köthener - der Komponist Friedrich Gottlob Fleischer (1722-1806) Seite 9

 

Der vergessene Dirigent und Komponist Rudolf Eduard Thiele (1812-1895) Seite 26

 

Die Wiederentdeckung Bachs im 19. Jahrhundert

Seite 55

 

Die Viola da gamba in Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach und Carl Friedrich Abel Seite 68

 

 

2. Vorträge

 

Musikalische Begabung - Probleme und Chancen der Musikausbildung heute Seite 80

 

Der Vorgänger Johann Sebastian Bachs im Köthener Hofkapellmeisteramt Augustin Reinhard Stricker - Versuch einer Biographie Seite 89

 

Georg Trexler (1903-1979) - Stationen eines Lebens Seite 116

 

Carl Friedrich Abel - eine Musikerkarriere von europäischem Rang Seite 141

3. Rezensionen

 

Hat er nun oder hat er nicht? Seite 169

 

Mit leichtem und ernsthaftem Gestus Seite 172

 

Faszination von Bachs Musik beherrschte Konzertvorträge Seite 176

 

Hommage an Bachs Köthener Zeit Seite 182

 

Programm mit Hintergründigkeiten Seite 187

 

Schäfer spielte zu Ehren von Bach Seite 190

 

Solide Verbindung von Dichtkunst und Musik

Seite 195

 

Auseinandersetzung zwischen reformiertem Hof und protestantischer Fürstenmutter bewegten Bach zum Weggang Seite 198

 

Ein sensibler Interpret der französischen Ornamentik Seite 203

 

Zyklus, der die gesamte romantische Klaviervariation beeinflusste Seite 206

 

Was ist musikalischer Kitsch? Seite 209

 

Personenregister Seite 212

 

 

 

 

Vorwort

 

Mit der Zusammenfassung und Zusammenstellung der nachfolgenden Vorträge, Aufsätze und Rezensionen zu ganz unterschiedlichen Themen und Fragestellungen möchte ich auf bisher unbekannte oder unbeachtete Aspekte und Tatsachen aufmerksam machen, welche Musik, Musikgeschichte und Musikpädagogik - vornehmlich im Anhaltischen Raum - prägten, oder von denen ich annehme, dass sie so gewichtig sind, um Interesse zu wecken und folglich ein Anrecht auf Veröffentlichung haben. Es kann vorkommen, dass sich Details in den einzelnen Aufsätzen wiederholen. Da dieses Buch aber aus lauter einzelnen, in sich abgeschlossenen und somit stimmigen Abhandlungen besteht, die nicht wie in einem Roman zusammengehören, ist jedes Detail von Bedeutung für den Zusammenhang des jeweiligen Aufsatzes und so an seinem angeführten Platz berechtigt.

Im 18. und 19. Jahrhundert gab es in Anhalt, und speziell am Fürstenhof in Köthen, eine kurze Blütezeit der Kunst und Kultur, die heute beinahe vergessen ist, oder höchst einseitig gepflegt wird. Nur bei genauerem Hinsehen oder Recherchieren sind diese Hoch-Zeiten der örtlichen Geschichte zu entdecken. Dabei ging von den hier behandelten Personen und erzählten Vorgängen eine nachhaltige Wirkung nicht nur für den eng begrenzten Raum Anhalt aus, sondern strahlte auf das ganze musikalische Deutschland und sogar Europa. So wurde der in Köthen im Jahre 1723 geborene Carl Friedrich Abel in der englischen Hauptstadt London ein Musiker und Komponist von hohem Rang, der den jungen Mozart beeinflusste, wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Residenzstadt Dessau Richard Wagners Opern kurz nach ihrer Entstehung aufgeführt, so dass sich dieser Bühnendramatiker höchst lobend über das Gehörte im kleinen Dessau äußerte. Von der weltumfassenden Bedeutung und Beachtung der Werke Johann Sebastian Bachs, welche dieser in Köthen komponierte, muss man heutzutage niemandem mehr berichten. Leider sind viele Episoden und Zusammenhänge nicht mehr präsent oder werden bewusst ignoriert, weil das Interesse daran vor Ort nicht vorhanden ist. Auch in manchen Lexika oder anderen Nachschlagewerken wird der eine oder andere Fakt nicht erwähnt oder falsch dargestellt. Das betrifft z.B. die Lebensdaten von Christian Ferdinand Abel, dem Vater des Carl Friedrich Abel, die man nirgends finden kann. Dabei ist aber dieses Detailwissen von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit, denn der freien Spekulation ist sonst ein großer Raum geöffnet, die zu manch scheinbar ernst zu nehmender Theorie berechtigt, sich jedoch bei genauerem Wissen als nicht haltbar herausstellt. Das geschieht ganz offensichtlich mit der Frage, für wen Johann Sebastian Bach die drei Sonaten für Viola da gamba und Cembalo G-Dur, D-Dur, g-Moll, BWV 1027-1029 geschrieben haben könnte. Wenn man die Lebensdaten des Christian Ferdinand Abel nicht kennt, schließt man auf mögliche falsche Adressaten.

Im Artikel über Augustin Reinhard Stricker entwerfe ich, anhand von mir jetzt aufgefundenen Indizien, eine neue These über den Wechsel Johann Sebastian Bachs von Weimar nach Köthen, in der Hoffnung, dass meine Theorie stimmiger ist, als die bisher angenommene, die auch nur auf Vermutungen, auf einer Wahrscheinlichkeitsbasis, aufgebaut wurde. Oft ist es so, dass man sich beim Betrachten von Zusammenhängen auf Indizien stützen muss, weil endgültige Beweise fehlen. Es bleibt nur die Hoffnung, dass beim Zusammenzählen von eins plus eins eben nicht drei herauskommt, sondern annähernd zwei. Leider habe ich die Befürchtung, dass sich Altüberliefertes in der Bachforschung hartnäckig halten wird, weil man sonst scheinbar an einem unantastbaren Idol und alten Erzähltraditionen rütteln würde. So wird wohl auch diese neue Überlegung eher nicht zur Kenntnis genommen.

 

Der Kantor der katholischen Propsteigemeinde zu Leipzig, Georg Trexler, hat zwar unmittelbar nichts mit dem Raum Anhalt zu tun, ist aber eine bedeutende Musikerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts im Spannungsfeld der Reformen der katholischen Kirchenmusik, verursacht durch das II. Vatikanische Konzil. Um Trexler rankt sich inzwischen auch die Legendenbildung eines in der ehemaligen DDR verfolgten und verhinderten Komponisten auf Grund seines katholischen Glaubens. Am Dessauer Theater dirigierte er im Jahre 1964 die Uraufführung einer eigenen Komposition. Diesen interessanten Komponisten und Musiker zu würdigen und richtig einzuordnen habe ich mir mit diesem kurzen Artikel vorgenommen. Ich bin davon überzeugt, dass auch diese Person der Zeitgeschichte das ihr gebührende Interesse finden wird.

Ebenso soll der Aufsatz über musikalische Bildung sensibilisieren. In Zeiten der finanziellen Krise in den öffentlichen Verwaltungen gilt es Bildung, in diesem Falle musische Bildung, zu bewahren und gezielt darum zu kämpfen, dass nichts einer kurzsichtigen und kurzfristigen Politik geopfert wird. Denn Schäden in der Bildung und in den Köpfen junger Menschen sind später sehr schwer zu beheben. Die Erfahrung mit politischen Entscheidungen lehrt leider, dass einmal abgeschaffte, ehemals beachtete und wichtige Dinge, zu denen musische Bildungsinhalte gehören, nicht wieder aufgebaut werden. Deshalb gilt hier der Grundsatz: Wehret den Anfängen.

 

Noch ein Wort zur heutigen Rechtschreibung. Ich habe bewusst alle Wörter, die jetzt mit dem Wortstamm -graf- zu schreiben sind, in der alten Schreibweise belassen. Also: Autograph, Monographie, Biographie etc. Im Deutschen ist ‚Graf’ ein Adelstitel und kann mit anderen Substantiven kombiniert werden z.B. Pfalzgraf, Markgraf, Landgraf, Burggraf oder Raubgraf. Diese Wortverbindungen werden richtigerweise mit dem Buchstaben f am Wortende geschrieben. Wenn jetzt auch laut neuem Duden die ehemaligen –graph- mit f geschrieben werden sollen, wie erkläre ich einem Ausländer oder einem Deutschschüler was ein Monograf, ein Biograf, oder ein Autograf ist. Peinlich könnte es bei der Deutung eines Grafikers werden, der vormals ein Graphiker war. Ich bin davon überzeugt, dass auch in der heutigen Zeit der gesunde Menschenverstand Gültigkeit hat und in einigen Fällen diese neue Rechtschreibung nicht genau durchdacht ist.

 

Die Überschriften der Rezensionen im 3. Abschnitt des Buches stammen von den Zeitungsredakteuren der Mitteldeutschen Zeitung. Ich habe sie übernommen, damit bei einer eventuellen Nachforschung der betreffende Artikel leichter gefunden werden kann. Sie treffen allerdings nicht immer meine Zustimmung.

 

Leipzig, im März 2004 Dr. phil. Gernot Maria Grohs