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Leseprobe für das Buch Cantico delle creature
Bilderzyklus zum Sonnengesang von Franz von Assisi
von Christel Fuchs:

Vorwort

Seit 800 Jahren wandert Franziskus durch die Welt. Hat den Sonnengesang auf den Lippen.
Predigt den Fischen und Vögeln.
Neuerdings hören ihm auch die Menschen wieder zu. Lassen sich von ihm ansprechen.
Im Kreis Göppingen sind gleich zwei Franziskuswege angelegt worden.
Schon vor ein paar Jahren hat Werner Dannemann Gedanken und Texte von Franz für Opera Nova in Musik umgesetzt. Das Vorhaben, diese Franziskuslieder wieder auf die Bühne zu bringen, das war der äußere Anlass für dieses Buch und die dazugehörenden Bilder.
Der Sonnengesang. Umgesetzt auf zehn Tafelbilder.
Das Göttliche - die Sonne - Mond und Sterne - Bruder Feuer - Wind-Luft, Himmel und ein Vogel, der sich emporschwingt - Schwester Wasser - die Erde in Frühlingsgrün gehüllt mit kleinen Blüten - die leidende Menschheit - und Bruder Tod.
Sonne, Mond und Sterne, ein Vogel, kleine Blumen - trotzdem ist der Sonnengesang nicht lieblich und harmlos. Sondern erschreckend aktuell.
Auf dem Hintergrund unserer schwer geschädigten Umwelt hören wir die Worte des Franziskus umso eindrücklicher - Gelobt seist du Schwester Erde ...
Das durch uns Menschen gestörte Klima lässt uns Wasser und Wind als Bedrohung erleben und uns dämmert: Schwester Wasser? Bruder Wind? Bruder und Schwester waren sie uns nie, wir haben Wasser und Luft benutzt als wären sie uns unendlich zur freien Verfügung.
Da wirkt Franz von Assisi wie ein Bote aus einer hoffentlich noch möglichen Zukunft, in der die einfachen Dinge wieder ganz klar sind: Schwester Wasser, Bruder Feuer, Schwester Erde, Bruder Tod.
Ganz einfach - mit der Natur vertraut, ohne romantische Verklärung.
So erinnert sich Christel Fuchs an ihre Kindheit / ihr Aufwachsen in Auendorf - zwischen Wald und Wacholderheide an der Kante vom Albaufstieg.
Ganz einfach sind deshalb auch die zehn Tafelbilder angelegt. Und haben doch eine Tiefe. Die aus den vielen Schichten kommt, die da übereinandergemalt sind. Ein Prozess zeichnet sich ab. Eine Auseinandersetzung mit den Gedanken Franz von Assisis und seinem Wesen, das er in seinen Sonnengesang hineingelegt hat.
Und Schwester Wasser und der Mond, die Sterne, auch der Tod haben bei der Entstehung der zehn Tafelbilder ihr Wörtlein mitgeredet. Denn die sind ja alle da, rund um die Mühle, in der Christel Fuchs ihr Atelier hat und ihre Bilder malt.
Da rauscht die Fils vorbei. Und weil Christel Fuchs eine Nachteule ist, blinzeln auch die Sterne über die Kunst und der Mond wirft sein Licht drauf. Und der Tod, der winkt auch immer mal herüber vom Friedhof. Den kann man nämlich auch vom Fenster aus sehen mit den Gräbern und manchmal ist da auch ein Trauerzug. Die Menschen, also die Lebenden, die kommen auch vorbei, betrachten, was entsteht, sagen, was sie sehen, oder was Franziskus ihnen sagt, und dann kann es sein, dass das Bild sich noch mal verändert. Denn eine neue Einsicht sucht sich einen Ausdruck. Und manchmal geht es anders herum.
So schenkt uns eine alte Weisheit eine neue Einsicht in das lebendige Wesen der Schöpfung. Die ausgeht aus dem Göttlichen und mit Bruder Tod wieder zu Gott zurückkehrt, und wo wir Menschen nicht die Herren sind, sondern als die Liebenden und Leidenden hineingenommen sind in den tanzenden Kreislauf des Lebens, in den großen Gesang.

Pfarrerin Martina Rupp