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Leseprobe für das Buch Dem Glück ein Stück entgegen gehen
Bindung - das Tor zur Freiheit
von Cristina Candel & Jo Frühwirth, Fruehwirth:

Bindung und Bindungslosigkeit

Wer sicher gebunden ist, hat eine üppige Ressource in sich, einen emotionalen Topf voll von gefühlter Sicherheit, emotionaler Wärme und wahrgenommenen Schutzes vor Gefahren.
Gute Bindung vermittelt das Gefühl, einen tragfähigen Rahmen zu haben. Sichere Bindung macht stark und selbstbewusst. Wer mit dieser emotionalen Ressource im Rahmen seiner ersten Lebensjahre ausgestattet wird, geht leichter und gefestigter durch das Leben. Es wirft ihn nichts so leicht um.
Säuglinge brauchen die beständige Gegenwart der Bindungsperson, um diese Ressource in sich spüren, entwickeln und festigen zu können.
Im Regelfall sind dafür die Eltern zuständig. Mit zunehmendem Alter (ca. 4-5 Jahre) kann das Kind mit diesem emotionalen Topf auch eine Zeit lang ohne anwesende Bindungsperson überleben.
Es hat ein Reservoir an Kraft, das für eine Weile ausreicht und auch schwierige Lebenssituationen überstehen hilft.
Um sich als Mensch weiterhin wohl zu fühlen, ist es jedoch ein ganzes Leben lang notwendig, diesen emotionalen Tank regelmäßig aufzufüllen. Bowlby nannte diese körpereigene Regulierung: Bindungssystem. Es befriedigt unser urmenschliches Bedürfnis nach Nähe, die zum Beispiel im Körperkontakt ihren Ausdruck findet. Daraus resultiert ein Gefühl von Sicherheit und innerem Wohlbefinden.
Der Säugling versucht, ganz intuitiv in Beziehung zu sein und zu bleiben. Mit seinen Geräuschen und seiner Mimik macht er beständig auf sich und seine Bedürfnisse nach Nahrung, Zuwendung und Sicherheit aufmerksam. Er sichert sich so die Zuwendung der Bindungsperson.
Eine zuverlässige Bindungsperson ist für das Baby überlebensnotwendig.
Ohne ihren Schutz könnte das Baby nicht leben. Wenn die Bezugsperson die Signale des Babys immer wieder ignoriert, nicht darauf reagiert, Signale nicht erwiedert, oder gar falsch beantwortet, ändert das Baby sein Verhalten.
Es schränkt im Laufe der Zeit nach und nach seine Signale von Emotionen und Bedürfnissen ein. Damit beugt es intuitiv selbst vor, den möglichen Schmerz des nicht Gesehenwerdens aushalten zu müssen. Es verzichtet auf menschliche Nähe. Durch dieses 'Schmerzvermeidungsverhalten' kann es natürlich sein Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit nicht entwickeln.
Es entwickelt einen unsicheren Bindungsstil. Denn, um ein Grundgefühl der inneren Sicherheit zu haben, reichen die äußere materielle Sicherheit wie Geld, Arbeit, Haus alleine nicht aus. Ein Kind muss sich zeigen dürfen mit all seinem inneren Erleben.
Kann es dies nicht, kann es auch kein Gefühl dafür entwickeln, ob es in Ordnung ist, so wie es ist. Ein Gegenüber, ein 'Du' muss da sein. Es muss das Kind mit seinem inneren Erleben sehen und eine entsprechende emotionale Resonanz geben. Dies sind Aufgaben der Eltern, damit die Kinder gut groß werden können.
Wenn Eltern in die Therapie kommen, weil die Kinder schwierig geworden sind, geht es meistens darum, sie wieder in Kontakt zu bringen mit der Hauptaufgabe, die sie haben. Sie sind gefordert, dem Kind wieder einen sicheren Rahmen zu bieten. Das Kind will gesehen werden, sich sicher, angenommen und geborgen fühlen können.
Erst aus dieser emotionalen Sicherheit heraus, kann es sich wieder trauen, die Umwelt zu erkunden und zu entdecken.