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Meinungen zu dem Buch Die Erlösung des H.
Eine Lebensgeschichte
von Gernot Maria Grohs:

Die Erlösung des H
In seiner neuen Erzählung lässt Gernot Grohs anhand einer nur wenige Tage währenden Episode ein ganzes Zeitalter Revue passieren.
Der Titelheld Heinrich, von unheilbarer Krankheit gezeichnet, hält Rückschau auf die Stationen seines Lebens. Dabei haben seine auf dem ersten Blick eher harmlos erscheinenden Berichte es durchaus in sich.

Innerhalb dieser Tage und Stunden, in denen Heinrich wesentliche Phasen seiner Vergangenheit aufrollt, spitzt sich auch die persönliche Situation in einer Weise zu, dass sie schließlich mit der rückblickend dargestellten Entwicklung zusammen trifft. Hier kann der Leser innerhalb des kurzzeitigen Ablaufes nichts weniger als eine ganze Lebenszeit plastisch erleben und nachvollziehen.
Derartige Folgerichtigkeit lässt durchaus den Gedanken an ein musikalisches Formungsprinzip aufkommen. Indes ist kaum anzunehmen, dass Grohs, immerhin vom eigentlichen Beruf Musiker und Komponist, hier tatsächlich eine solche Verbindung im Sinn hatte. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass der Stoff des dramatischen Geschehens dem Verfasser gar keine andere Wahl gelassen, ihn geradezu selbst überwältigt hat.
Die von Seite zu Seite zunehmende Spannung beruht auf der auch heute noch ungewohnt differenzierten Darstellung durchlebter Verhältnisse und Umbrüche, namentlich aus ostdeutscher Perspektive: traumatischer Erlebnisse vom Ende des zweiten Weltkrieges, den zwischen Aufbauwillen und Enttäuschung verbrachten DDR-Jahren und einer von viel Hoffnung getragenen Neuorientierung nach 1989 einschließlich ihrer Fehlentwicklungen bis zum heutigen Tage. Das Geschehen bewegt sich gegen Ende auf eine persönliche Begegnung zu, bei welcher es dem Leser gleichsam den Atem verschlägt. So kann nur jemand schreiben, der das Geschehen aus nächster Nähe, eigener Betroffenheit und wachen Auges mitverfolgt hat.

Fern jeglicher Schwarz-Weiß-Malerei dürfte diese Erzählung in ihrer Authentizität und Dramatik viele der bekannten Darstellungen dieser bewegenden Zeitläufte übertreffen.
Prof. Ulrich Urban, April 2020


'Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.'

Im Verlag von Manuela Kinzel in Göppingen erschien 2020 das Buch „Die Erlösung des H.“ von Gernot Maria Grohs. Erzählt wird die Lebensgeschichte des aus einer katholischen Familie stammenden siebenundsechzigjährigen Heinrich, ursprünglich Germanist und Experte für osteuropäische Sprachen, wissenschaftlicher Mitarbeiter einer städtischen Bibliothek. Er wuchs in der ehemaligen DDR auf. Mit beeindruckender Detailgenauigkeit zeichnet der Autor ein Bild dieses diktatorischen Systems, das er einst selbst durchlebte. Heinrich, wohl in vielerlei Hinsicht das Alter Ego des Autors, gelingt es als bekennendem Christen immer wieder, trotz aller Restriktionen seine Ziele im dezimiert atheistischen Staat zu erreichen: zunächst die Zulassung zum Abitur und später die Zulassung zum Germanistik-Studium. Als wehrpflichtiger Soldat vermag er sich sogar dem Drill in der Nationalen Volksarmee vorzeitig zu entziehen.
Was Heinrich nach dem Untergang der DDR und nach der deutschen Wiedervereinigung erleben muß, ist für ihn vielfach eine maßlose Enttäuschung. Ungleich schwerer wiegt dann aber ein Schicksalsschlag, der ihn im Alter von sechzig Jahren trifft: Er verliert durch einen Verkehrsunfall eine über alles geliebte Tochter und kurz darauf auch seine gleichermaßen geliebte Gattin, „die wunderbarste Frau, die es je gab.“
Sieben Jahre später teilt der krebskranke Heinrich ein Krankenzimmer mit seinem Mitpatienten Helmut. Und erfährt: Helmut hatte den Unfall verschuldet, bei dem Heinrichs Tochter ums Leben kam - und damals Fahrerflucht begangen. Die Fahndung nach ihm war erfolglos verlaufen. - Heinrich erfährt aber auch: Helmut quält seitdem sein Gewissen - und er hat selber eines seiner Kinder, eine Tochter, durch einen Unfalltod verloren. Heinrich kann ihm vergeben - so wie er einst seinem alten, erblindeten, schwerkranken Vater, den er während seiner Kindheit als „grausamen Tyrannen“ erlebt hatte, er ihn immer wieder grundlos schlug, verzeihen konnte.
Heinrich stirbt am Ende erlöst - erlöst von seinen körperlichen Schmerzen, erlöst aber auch von seinen seelischen Qualen, von der Trauer um seine geliebte Ehefrau und sein einziges Kind. Das Buch von Gernot Grohs ist ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit, mehr Empathie, mehr Vertrauen und Aufrichtigkeit, mehr Achtsamkeit und Respekt. Es ist ein Plädoyer für gegenseitiges Verstehen, für das Bereuen und für das Verzeihen begangenen Unrechts. Es ist ein Plädoyer für Versöhnung. Die Lektüre dieses Buches sei nicht nur christlichen Lesern wärmstens empfohlen.

März 2020,Rudolf K. Scholz




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