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Leseprobe für das Buch Die Sprache hinter den Zeichen von Caritas Führer, Fuehrer:

Ausreise I für Eva und Gerhard

Weil die Kinder gerade zum letzten Mal
in verseuchtem Wasser baden
und immer einer nach ihnen schauen muss
Können wir uns nicht ansehn
Weil die Kisten herhalten müssen
und essen zu aufwändig wäre
und Tee kochen zu lange dauert
Können wir uns nicht ansehn
Weil wir die Streichhölzer nicht finden
und die Kerzen alle verpackt sind
und ohnehin die Hände zittern würden
Können wir uns nicht ansehn
Weil das Abschiedsgeschenk nirgends mehr reinpasst
und die Kinder im Bad schrein wie am Spieß
und wir uns nirgends gegenübersitzen
Können wir uns nicht ansehn
Weil für alles die Zeit nicht reichte
und weil es ohnehin zu spät ist
und wir uns aus den Augen verlieren
Können wir uns nicht ansehn

Juli 1990


Grenzsituation I

Sie kommen.
Türen werden verschlossen.
Das Schiebegeräusch
der Abteilscheiben.
Hunde.
Der Uniformierte mit der Leiter.
Das Ehepaar gegenüber
mit Identitätsbescheinigung
in Klarsichtfolie.
Was rummst da so? fragt das Kind
und zieht seine Puppe aus.
Ach nichts, sagt die Mutter.
Doch, ich habs gehört.
Was macht der Mann mit der Taschenlampe?
Vielleicht hat er etwas verloren.
Bestimmt, sagt das Kind.
Meiner Puppe ist kalt.
Der Stempel. Ihre Auflistung.
Schweigen. Das Kind summt.
Vorm Fenster die graue Wand.
Sie haben keine Rückfahrkarte.

14. März 1987


Kardiogramm
Schrift des Herzens
in der Dunkelkammer
wo mein Motor
hämmert
Kennst nicht
die Sprache
hinter den Zeichen

1997