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Leseprobe für das Buch Die Staufer sind zurück! von Herausgeber: Manuela Kinzel-Wolff:

Wenn Helden schlafend weiterleben,
sich um sie unsterbliche Legenden weben,
wie es geschah Friedrich I.genannt Barbarossa,
der im Kyffhäuser schläft seit mehr als 800 Jahr.

Sobald es schlecht stand um die Welt,
träumte das Volk von dem rotbärtigen Held.
Sie träumten von Frieden, von Reichtum und Glück,
er würde alles ordnen, käm er nur zurück.

Falls er jetzt aufwacht – es wäre magisch –
andererseits auch höchst tragisch,
denn seine Zeit ist längst vergangen –
was, ja was wohl würde er mit Elektrik anfangen?

***

Wes ist der Name dieses Berges
aufragend frei in Schwabenlandes Mitten?
Rundum begrünt von baumbestand’nen Hängen
die frühlings Blüten,
sommers Schatten spenden
im Herbst auch Früchte, wie es uns gefällt
zu dieser schönen Jahreszeit;
und dann im Winter,
wenn es hat geschneit
liegt überzuckert, liegt in Flockenhaufen
märchenhaft schön in Weiß
der Hohenstaufen.

Gar friedvoll schaut ihn unser Auge heut’
mag träumen er von längst vergangner Zeit
als seinen Bergfried krönt’ die stolze Burg
mit Mauern trutzig fest, -
da herrschten Könige und Kaiser noch
aus staufischem Geschlecht.

***

Im Jahr 1102 gründete Herzog Friedrich I. von Staufen 'ob remedium omnium parentum nostrorum, vivorum et in Domino quiescentium', also 'als Einrichtung für alle unsere Ahnen, die Lebenden und die im Herrn Ruhenden' das Benediktiner-kloster Lorch als Grablege für sein Geschlecht. Er konnte ja nicht ahnen, dass seine Nachkommen später sogar zu Kaisern wurden, die dann anderswo ihre Grabstätte fanden (wie z.B. Kaiser Friedrich II. sogar weit weg in Palermo). Die bekannteste Bestattung in Lorch ist die der 1208 auf der Stammburg Hohenstaufen verstorbenen Gattin von König Philipp von Schwaben, allgemein 'Kaiserin' Irene genannt, die Walter von der Vogelweide 1199 als 'rose ane dorn, ein tube sunder gallen' ('Rose ohne Dorn, eine Taube ohne Galle') besungen hatte.
In meiner Zeit als evangelischer Pfarrer in Lorch (1983 – 1998) hielt ich in der Klosterkirche nicht nur Gottesdienste, sondern machte immer wieder Führungen, wobei ich vor allen auch auf Dinge hinwies, die nicht ohne weiteres auffallen ...

***

In diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass nachweislich noch Nachkommen der Staufer leben, und wie ich über ganz verschiedene genealogische Forschungen dazu kam, in direkter Linie über 27 Generationen zu Irene von Byzanz und Philipp von Schwaben zu gelangen.

***

Überall war Lärm, Gelächter, ein Barde spielte. Nur mühsam konnte sich Barbarossa wachhalten. Waren dies die Folgen seines zunehmenden Alters? Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen? Oder war dies das Resultat der langen beschwerlichen Reise? Der Kaiser konnte den Gesprächen, in die er ständig verwickelt wurde, nur schwer folgen; Schmeicheleien nahm er kaum zur Kenntnis.
Der Saal war voll mit selbstverliebten Persönlichkeiten, Grafen und Fürsten aus der näheren Umgebung. Die Fackeln an den Wänden waren bereits entzündet, ihr flackernder Schein spiegelte sich in den Augen seines Gegenübers, Graf Konrad von Lorch.
Dieser sah den Kaiser mit fragendem Blick an, wahrscheinlich hatte er wieder nicht geantwortet. 'Eure Majestät, wenn ich mir erlauben dürfte zu fragen, wann Ihr gedenkt den Hauptgang auftischen zu lassen?!' Dies war vermutlich die Wiederholung der soeben gestellten Frage des Grafen.
Nun denn, wenn Sie es vor Hunger nicht mehr aushalten ...'
Der Kaiser erhob sich schwerfällig und klatschte in die Hände. Augenblicklich setzte sich die gesamte Dienerschaft in Bewegung, um den Hauptgang aus der Küche zu holen.
Mit mühsam gequältem Lächeln setzte sich der Kaiser wieder und begann, sich angeregt mit den Kronvasallen um ihn herum zu unterhalten; die gute Laune jedoch war nur Fassade, die angebliche Munterkeit nur gespielt.
Die Müdigkeit wurde immer schlimmer, die Kopfschmerzen unerträglich.
Der Hauptgang wurde aufgetragen. Barbarossa erhielt seine Mahlzeit als Erster, auf einem goldenen Teller. Wein wurde eingeschenkt, doch noch durfte nicht getrunken werden.
Der Kaiser bekam von all dem nicht viel mit, seine Sinne waren wie benebelt. Begann der Raum sich wirklich zu drehen, oder war das nur eine Sinnestäuschung?
Die Gespräche um ihn herum wurden lauter, die Stimmen schriller. War das Licht tatsächlich so hell? Diese Kopfschmerzen ... sie brachten ihn noch um den Verstand.
Es wurde still; der Barde stellte seinen Gesang ein und Barbarossa erhob sich, um das Mahl zu eröffnen. Er schwankte, klammerte sich an der Stuhllehne fest, um nicht zu fallen.
Der Kaiser hob den Becher, murmelte einen Trinkspruch, setzte sich wieder und schob sich den ersten Bissen in den Mund.
Der Raum fing an sich zu drehen, drehte sich immer schneller; ein einziges Karussell, aus dem es kein Entrinnen gab.
Dann wurde ihm schwarz vor Augen.

***

Irene erwachte durch das Knurren ihres Magens. Sie zog die Beine an und versuchte nicht an den nächsten Tag zu denken, der ihren Magen auch nicht füllen würde. Seit Tagen gab es keinen Kanten Brot mehr in ihrer kleinen Hütte, nicht einmal ein Schluck Milch war mehr da.
In der ganzen Stadt Weinsberg herrschte große Hungersnot. Dabei wäre die Ernte dieses Jahr so einträglich geworden. Das Korn stand gut im Halm und die Obstbäume bogen ihre dicken Äste unter der Last der Früchte. Irenes Magen zog sich beim Gedanken an die süßen Früchte schmerzhaft zusammen und das Wasser lief ihr im Mund zusammen. Was würde sie nicht alles für ein altes Stück Brot, einen Apfel oder auch nur ein paar Körner geben. Um an diese Köstlichkeiten heranzukommen, hätte Irene nur die Stadt verlassen müssen, aber gerade das war unmöglich, denn das hätte Irene auf der Stelle ihr Leben gekostet. ‚Alles nur wegen König Konrad!’, dachte Irene. 'Warum muss er ausgerechnet unsere Stadt belagern?'
Vor 3 Wochen, etwa um die Mittagsstunde, hatte die Wache im Turm Alarm geschlagen, weil sie am Horizont ein Heer mit langen Speeren und blitzenden Helmen und Schildern erblickt hatte. Sofort griffen alle Männer zu den Waffen. Auch Irenes Mann Thomas zog mit ihrem ältesten Sohn Friedrich auf die Stadtmauer hinauf ...

***

In ein schwarzes Benediktinergewand gehüllt sattelte der Kurier das älteste Pferd, das im Stall zu finden war und machte sich bei Tagesanbruch, sobald sich die Tore der Stadt öffneten, auf den Weg. Die Brisanz der Nachricht duldete keinen Aufschub. Kurz nachdem er den Wald erreicht hatte, der die Hügel jenseits der Stadt in dieser Jahreszeit in ein sattes Grün hüllte, wendete er sein Pferd und blickte zurück. Ein Reiter hatte kurz nach ihm das Stadttor passiert.
Dieser schlug jedoch den Weg zur Handelsstraße Richtung Osten ein. Sein langes, blondes Haar glänzte in der Morgensonne, der er entgegenritt. Der Kurier trat sein Pferd leicht in die Flanken und bahnte sich einen Pfad durch das Unterholz abseits der Straße. Man schrieb das Jahr 1156 nach Christus.
Nie hätte Karl geglaubt, dass einmal so etwas Unbedeutendes wie ein Hufnagel sein ganzes Leben verändern sollte. Verächtlich malträtierte er von früh bis spät die glühenden Eisen, um sie an die Hufe der geduldig wartenden Pferde anzupassen. Sein Traum war es, große, kampfstarke Schwerter zu schmieden, die dem Feind Ehrfurcht einflößten. Und in ferne Länder wollte er reisen, um dort die Schmiedekunst zu studieren. Aber eigentlich musste er heilfroh sein, denn es grenzte schon an ein Wunder, dass ihn sein Onkel, der Hufschmied des Dorfes, in die Lehre genommen hatte. Auf diese Weise war er der bitteren Armut des Bauernlebens entkommen. Die kärgliche Ernte des Hofs seiner Familie konnte seine Eltern und die jüngeren Geschwister kaum am Leben halten. Also fügte er sich, wenn auch widerwillig, in seine Arbeit, die ihm wenigstens sein täglich Brot bescherte.
'He - was träumst du wieder!', herrschte ihn sein Onkel an. 'Marsch, an die Arbeit!'
Vor der Schmiede stand eine Reihe von Pferden, die heute noch frisch beschlagen werden mussten. Auch hinten im Stall des Hufschmieds stand noch der alte Gaul, für den er gestern keine Zeit mehr gehabt hatte.
Karl hatte sich über den ungewöhnlichen Anblick des Mönches auf einem Pferd gestern Abend gewundert. Normalerweise waren die Mönche der nahegelegenen Benediktinerabtei zu Fuß unterwegs oder mit Fuhrwerken. Aber Karl hatte früh genug gelernt, keine Fragen zu stellen. 'Vermutlich hat sich der ehemalige Besitzer des alten Gauls durch dieses Almosen an das Kloster erhofft, dafür ein kleines Stück vom himmlischen Jenseits zu ergattern', dachte Karl. In letzter Zeit kam so etwas immer häufiger vor. Außerdem landete seit dem Eintreffen Barbarossas auf der Burg oberhalb ihres Dorfes allerhand buntes und fremdes Volk bei ihnen, dass Karl mittlerweile nicht mehr allzu viel in Erstaunen versetzte.
So hämmerte er weiter mit ausholenden, kräftigen Schlägen auf das glühende Hufeisen ein, das für das Pferd des Mönches bestimmt war. Ein Hufnagel hatte sich gelöst und das Hufeisen war etwas aus der Form geraten...

***

Einsam war die Gegend, aber nicht menschenleer. Ein junger, zartgliedriger Mann riss sich gerade einen Streif aus seinem linnenen Hemd. Unsicher und gehetzt schaute er sich nach allen Seiten um. Seine Stirn begann von Schweiß zu glänzen, seine Augen waren groß, fragend, aufgeregt. Er schien etwas zu verbergen, er schien etwas geheim zu halten. Die Spekulation würde sofort aufgehört haben, wenn der Blick auf einen anscheinend verletzten Vogel gerichtet worden wäre.
Genauso war es. Der junge Mann, Friedrich II., Enkel von Kaiser Barbarossa, versuchte verzweifelt mit kurzen, geraden Ästen und einem Stück Leinen, einen Verband für den Baumfalken, der sich den Flügel gebrochen hatte, zu konstruieren. Der junge Falke fiepte vor Schmerz und Angst, und Friedrich wusste, dass er sein Vorhaben durchführen musste, um dem Falken das weitere Leben zu ermöglichen. Zwei gerade glatte Ästchen waren gefunden und Friedrich gelang ein gut geeigneter Verband. Der Falke wurde zusehends ruhiger und Friedrich zusehends sicherer. 'Ich werde dich zu mir nach Hause mitnehmen müssen, bis du wieder fliegen kannst.' Geschickt fertigte er ein Tragetuch aus seinem Mantel und setzte den Vogel in dieses, für einen Falken ungewohnt weiche Nest.
So ritten sie gen Schloss und wurden von der Familie mit den Worten 'Friedrich hat schon wieder einen Vogel mitgebracht!' begrüßt...

***

Das Schattenspiel
Mit unserem Schattenspiel beschreiben wir, nach einer Einführung in die regionale Geschichte der Staufer, in sechs Stationen das Leben der Irene von Byzanz.

Ankunft Irenes in Sizilien, Hochzeit mit Roger
Einzug Heinrichs VI. in Palermo, Irenes Gefangennahme und Verlobung mit Philipp
Zug über die Alpen, Hochzeitsfeier und Königskrönung in Mainz
Magdeburger Hoftag
Philipps Ermordung in Bamberg
Tod Irenes und Trauerzug nach Lorch

In dem Spiel werden zwei Handlungsstränge verknüpft. Zum einen wird in der Gegenwart von den Schülern eine Geschichtsstunde über die Staufer reflektiert. Dabei führt ein Schüler anhand einer Chronik in den anderen Handlungsstrang über. Dieser zeigt in den Schattenbildern das Leben der Irene. Zwischen den Stationen wird der Zuschauer immer wieder in die Gegenwart geholt. Schüler kommentieren das Geschehen auf der Leinwand, werfen Fragen zu den handelnden Personen auf und leiten zu der kommenden Szene über.

Ein Schattenspiel lässt sich schwer in Worte fassen, deshalb folgen hier ein Auszug aus dem Script und einige Fotos aus der Stellprobe im Klassenzimmer: