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Leseprobe für das Buch Fische waren Flussgemüse
Kurioses und Menschliches aus Klöstern und ihrer Geschichte
von Hermann Multhaupt:

Inhalt

Einführung
Klöster – Stützpunkte des Glaubens
Eintritt ins Kloster
Nach strengen Regeln
Ein harter Klosteralltag
Wie oft soll der Mönch essen?
Essensgewohnheiten in Salem
Das Kloster als Wegbereiter vegetarischer Kost

Rezepte
Die Sauerampfersuppe
Gründonnerstag-Suppe
Gefüllte Steinpilze
Hopfensuppe
Rahm-Brotsuppe

Gehobene Lebensweise
Gewaschen an den Tisch
Zucht und Maß
Spartanische Gerichte
Veränderte Kochkunst
„Waffeln der Vergebung“
Die Klöster und die Kranken
Die Klöster als Lehrstätten
Die Klöster und das Konservieren
Klöster in vielfacher Funktion
Klösterliche Strafen
Das Kloster und seine Ämter
Ein Kloster als Kraftort
Die „verschlüsselte Botschaft“ der Steine
Endlich habe ich das Biertrinken gelernt ...
Die besten Schinken sind gut genug
Hexerei in Klöstern

Anekdoten um Klöster
Die wilde Äbtissin Judith von Kemnade
Das versunkene Kloster im Odenwald
Die Lilie in Maria Laach
Hethis war der falsche Ort
Die Lilie von Corvey
Die Lilie von Corvey
Der Hirsch von Corvey
Der Hirsch von Böddeken
Die Wünschelrute
Der Hirsch von Lehnin
Üppige Fastenmahlzeit in Dalheim
Das Wunder vom Reinhardswald
Abt Entenfuß und Doktor Faust
Maulbronner Fuge
Gespenstisches in Maulbronn
Der knausrige Abt
Die verführerischen Nachtigallen
Drei Fragen
Caspar Mohr und die Flugmaschine
Die ungastlichen Mönche
Der gesühnte Mord
Ein lebendes Opfer
Jungfer Eli
Wiedergänger und Untote
Zweihundert Gulden für die Genesung
Die weiße Frau von Mortemer
Hoher Besuch in Alpirsbach
Der spukende Mönch im Weinkeller
Ein Abt sorgt für guten Wein
Schülerstreiche in Bebenhausen
Das Mäuse-Gulasch
Hirsau und der Ulmenbaum
Klostergründer Walterich in Murrhardt
Das bewegliche Kruzifix von Lorch
Wie Marienmünster entstand
Der geheimnisvolle Holzklotz
Götz von Berlichingen in Dalheim
Die heilige Verwandtschaft
Die Gründung des Klosters Stetten
Der erkrankte Mitbruder
Der Fürstabt und sein Gold und Silber
Der Spuk auf dem Klosterberg
Mord im Kloster
Steine vom Ölberg und vom heiligen Kreuz
Die Schlüsselmadonna
Zaubersaal und Lutherfalle
Der lebensferne Mönch
Die einfältige Nonne
Der nackte Hintern
Die Hose des Liebhabers
Kein Ärgernis geben
Hosen mit Rindermist
Die spukende Nonne
Vom Lebemann zum Eremiten
Maria Martental enteignet
Slawische Götter als Klostergeister
Bienenvater Modomnoc
Der Büchernarr
Die Säkularisation der Klöster
Bis der Kragen platzte ...
Proteste um Proteste
Erwartungen nicht erfüllt
Gute Buchführung in Dalheim
Vorzügliches Lob
Sauisches Gesinde
Bruder Göbels Klosterchronik
Das traurige Schicksal der Bibliotheken
Die Odyssee einer Orgel
Das Schicksal des „Gesindes“
Klosterfrau Melissengeist
Die neuen Herren Pächter

Quellen

Einführung

Manchem Herrscher, der sein Leben lang Konflikte nicht gescheut, mit starker Hand regiert oder seine Untertanen ausgebeutet hatte, bescherte das fortschreitende Alter zuweilen Seelenkonflikte, und die Frage, ob und wie er das himmlische Gericht bestehen würde, bereitete ihm schlaflose Nächte. Da stand gezwungenermaßen die Überlegung im Raum, durch fromme Werke die Seelenwaage zum Guten hin zu beeinflussen. So stifteten sie zum Beispiel Klöster, Altenheime oder Waisenhäuser und sorgten für den Unterhalt der Betreiber und Bewohner. Viele bedeutsame sakrale und soziale Bauten gehen auf solche Ursachen zurück. Wer es sich leisten konnte, rief fromme Mönche oder Nonnen in seine Gründung und verpflichtete sie, nach seinem Tode für ihn zu beten. Natürlich gab es auch Regenten, die sich ihrem Herrschaftsbereich durch eine Stiftung verpflichtet fühlten wie der fromme Ritter Walter von Lomersheim, der um 1138 für sein Seelenheil ein Kloster errichten lassen wollte. Doch weder er noch die Mönche wussten, welcher Ort dafür geeignet sei. Und so beluden sie einen Maulesel mit einem Geldsack und überließen ihm die Suche nach dem Ziel. Auf einen Esel verfielen sie, weil ja auch Jesus beim Einzug in Jerusalem sich dieses geduldigen und genügsamen Tragtieres bedient hatte. Der Maulesel trabte durch Wald und Feld und rastete schließlich an einer Quelle, wo er sich anschickte zu trinken. „Das ist der uns von Gott zugedachte Ort!“, riefen die Mönche. Und sie gaben der künftigen Baustelle für das Kloster den Namen „Maulbronn“. Mit dem Klosterort waren jedoch nicht alle einverstanden. Es herrschten nämlich Räuber im Wald und die fürchteten um ihr Rückzugsgebiet. Als die ersten Mauern bereits in die Höhe wuchsen, tauchten sie bei den Mönchen auf und drohten, alles zu zerstören, wenn die Bauarbeiten nicht sofort eingestellt würden. Einer der Mönche fasste Mut und sagte: „Wir versprechen euch mit einem heiligen Eid, dass wir das Kloster nicht vollenden werden.“ Die Räuber glaubten ihm und zogen ihres Weges. Die Mönche aber bauten ungestört weiter, bis das Kloster fertig war. Voll Zorn erschien die Räuberbande vor dem Klostertor und klagte, dass die Mönche ihr Versprechen nicht gehalten hätten. Darauf führte der Abt sie in die Kirche und wies auf eine kleine Lücke in der Mauer der Chorschranke und auf einen Stein, der davor am Boden lag. „Da seht ihr“, sagte der Klostervorsteher zu den Spießgesellen, „das Kloster ist nicht vollendet. Wir haben Wort gehalten.“ Darauf zogen die Räuber ab. An die Szene erinnert noch heute ein Eselsbrunnen im Klostergarten und das Bildnis einer mit Stricken gefesselten Schwurhand. Das Kloster Maulbronn gehört zu den bedeutendsten Baudenkmälern Deutschlands und zum UNES-CO-Kulturerbe.

Die Gründungslegende des Klosters Schöntal an der Jagst macht uns mit einem alten Mann vertraut, der an der Ansiedlung wesentlichen Anteil hatte. Ursprünglich wollte Wolfram von Bebenburg zum Dank für die gesunde Rückkehr vom Zweiten Kreuzzug 1147/49 das Kloster in Neusaß auf seinem Land südlich von Schöntal errichten. Dort steht heute die gleichnamige Wallfahrtskirche. Als er dort mit drei Mönchen aus Maulbronn den Plan besprach, stand plötzlich ein alter Mann vor ihnen, der von diesem Standort abriet. „Verlasset diesen Platz und gehet Berg abwärts, dort unten ist ein schönes Tal.“ Der Ratschlag fand Zustimmung. Die Familie von Berlichingen stellte den Grund. Hier ermöglichte ein direkter Wasseranschluss die wirtschaftliche Selbständigkeit des Klosters, das von Maulbronner Mönchen besiedelt wurde.

Uta von Schauenburg (ca. 1115-ca. 1197) gilt als Gründerin des Klosters Allerheiligen im Schwarzwald, das heute nur als Ruine besteht. Nach dem Tod ihres Mannes Welf VI., des Herzogs von Tuszien (Toskana) und Widersachers des Stauferkönigs Konrad III., plante sie dieses Kloster zu bauen, doch hat sie seine Vollendung nicht mehr erlebt. Eine Statue aus der Zeit um 1300, die sie als Stifterin des Klosters zeigt, schmückt die Fürstenkapelle des Klosters Lichtenthal in Baden-Baden. Die Sage erzählt, dass Uta und die Bauleute sich über den Platz der Klostergründung lange nicht einig werden konnten. Da sah sie in einem Traumbild am Tag der hl. Ursula, dass sie einen Esel mit einem Sack Geld für den Klosterbau belud und laufen ließ. Der durstige Esel scharrte auf der Höhe des Sohlbergs mit einem Huf an der Erde, und sogleich kam eine Quelle zum Vorschein. Eine steinerne Tafel erinnert am „Eselsbrunnen“ an dieses Ereignis: „Anno 1191 ward hier ein Esel durchgeführt, von dessen Huf der Brunn herrührt.“ Das Tier trabte weiter, bis es nach einer halben Stunde ermüdet den Sack abwarf. Der Geldsack rollte ins Tal hinab. Dort, wo er liegenblieb, entstand das stattliche Kloster.

Als der bairische Herzog Tassilo III. 753 während einer Jagd eine Nacht im Rotwald – ...