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Leseprobe für das Buch Seite an Seite – ein Wegbegleiter von Caritas Führer, Fuehrer:

SEITE AN SEITE – EIN WEGBEGLEITER
durch die Passionszeit von Fastnachtsdienstag bis Ostermontag

Für Menschen, die die Passionszeit auch als Fastenzeit erleben möchten, indem sie inne halten und sich an jedem Tag zehn Minuten in der Stille reservieren, kann dieses Buch eine Hilfe sein.

Wir brauchen Zeiten, in denen wir uns sammeln und zu uns selber kommen.
Es sind immer auch Zeiten, in denen wir nahe bei Gott sind.

Dieses Innehalten beginnt mit dem Lesen eines Psalmverses. Die Psalmen sind Dichtungen aus rund 800 Jahren israelitischer Geschichte, vom 10. bis in das 2. Jahrhundert v. Chr. Wir dürfen annehmen, dass sie im Judentum in den Gottesdiensten gesungen und gebetet wurden, so wie sie auch den ersten Christen halfen, ihr Bekenntnis in Worte zu fassen. Bewusst habe ich keine Sätze aus der Passionsgeschichte ausgewählt. Denn ich entdeckte in diesen Versen, die auch Jesus und seine Begleiter gebetet haben, einen möglichen Weg durch die Passion bis zum Osterfest.

Der zweite Teil ist meistens ein kurzes Streiflicht aus meinem Alltag. Diese Betrachtungen zu notieren hat mir geholfen, aufmerksam durch die Tage in der Passionszeit zu gehen, mich zu erinnern und alltägliche Begebenheiten als Zeichen und Symbole zu erkennen.

Im dritten Abschnitt, der Besinnung, habe ich versucht, eine geistliche Deutung oder Auslegung der vorangegangenen Betrachtung zu schreiben. Mir war wichtig, einen Bogen zu schlagen von dem, was mir aktuell begegnet zu dem, was mir Gott vielleicht dadurch sagen möchte.

Am Schluss steht ein Gebet, in dem sich die vorangegangenen Erkenntnisse noch einmal bündeln und wo Wünsche, Sehnsüchte, Dank und Bitten zum Ausdruck kommen.

Dieses Buch soll eine Anregung sein, kein neuer Stressfaktor.
Es ist ein Wegbegleiter durch eine besondere Zeit im Kirchenjahr, die Passionszeit.

Ein Wegbegleiter ist einer, der ein Stück meines Weges mit mir teilt.
Ein Wegbegleiter ist einer, mit dem auch ich ein Stück meines Weges teile.
Nicht mehr und nicht weniger.

Caritas Führer

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Fastnachtsdienstag

'Verhelft den Wehrlosen und Waisen zu ihrem Recht! Behandelt die Armen und Bedürftigen, wie es ihnen zusteht!'
Psalm 82,2


Heute wurden mir Fotos geschickt, auf denen mein Enkel im Faschingskostüm zu sehen ist. So wurde er heute in der Kindereinrichtung abgegeben – als kleiner grüner Froschkönig. Sein Vater erzählte mir am Telefon, dass der Junge erstaunt die geflügelten Elfen, Prinzessinnen und Marienkäfer betrachtet habe, die am Tisch saßen und Joghurt löffelten.
In Braunschweig wurden alle Faschingsumzüge abgesagt, aus Angst vor Terroranschlägen. In den Nachrichten sah ich verkleidete Eltern und Kinder bei einem Fastnachtsumzug, sie sahen aus wie eine Bärenfamilie. Die Mutter schrie ins Mikrofon: 'Wir wollen lustig sein, wir haben Spaß!'
Aber wie macht man das: Lustig sein und Spaß haben!? - angesichts der vielen, die keinen Grund haben, lustig zu sein, und denen das ganze Leben keinen Spaß mehr macht.
Die Aidswaisen in Westafrika sind weit weg, aber es gibt sie. Ihre Eltern sind an der Seuche gestorben, nun müssen die alten Großeltern in die Spur treten. Aber sie können nicht mehr arbeiten gehen. Vielleicht schaffen sie es gerade noch, ein kleines Stück Land zu bebauen, um Essen auf den Tisch zu bringen. Aber wie sollen sie den Betrag für die Schulgeldraten aufbringen? Renten sind dort unbekannt.
Kann ich etwas für sie tun? Ich stelle mir vor, dass alle Großmütter und Großväter in unserem Land, die ein Enkelkind haben, aus Dankbarkeit etwas abgeben. Denn es gibt Vereine, die solchen überforderten Großeltern einen Monatsbetrag zahlen, mit dem sie ihre Enkelkinder besser unterstützen können.
Ich sah in einer Ausstellung eine Filmsequenz dazu: Die alten Frauen kommen aus der Blechhütte heraus, in der die Auszahlung stattfindet. Lange haben sie davor in der Sonne gewartet. Nun machen sie sich auf den beschwerlichen Heimweg. Die Münzen knüpfen sie in bunte Tücher, die sie unter dem Umschlagtuch festbinden. Zuversichtlich blicken sie nach vorn.

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Gott erwartet nicht, dass wir die ganze Welt retten. Er verlangt nicht, dass wir keinen Spaß mehr haben dürfen, und er hat kein Interesse daran, dass wir nicht mehr ausgelassen und lustig sind. Aber er freut sich, wenn wir aufblicken und bemerken, wo jemand in der Ferne oder Nähe wehrlos, arm oder bedürftig ist – und wenn uns dann etwas einfällt, was wir tun können, und wenn wir es tatsächlich tun.

Gott, ich danke dir für den Pfannkuchen, den ich heute mit Genuss verspeist habe. Ich danke dir, dass ich ihn bezahlen konnte. Ich danke dir für alle Gelegenheiten, über lustig verkleidete Kinder zu schmunzeln, die mir im Lauf des Tages über den Weg liefen. Ich danke dir für die ausgelassene Verkäuferin an der Supermarktkasse, die alle zum Lachen brachte. Ich danke dir für mein Enkelkind, das heute einen schönen Tag erleben durfte. Ich danke dir, dass du alle siehst, denen nicht nach Spaß zumute ist, und dass du dort hilfst, wo mein guter Wille nicht ausreicht. Amen.