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Leseprobe für das Buch Sprechstunde Patientenverfügung
Fälle, Fragen & Antworten aus der Praxis
von Marion Jettenberger:

Inhalt
Vorwort
Die größten Irrtümer rund um die Patientenverfügung
Gesetzliche Grundlagen aus dem Patientenverfügungsgesetz
3 Elemente machen eine Patientenverfügung zu einem sicheren Instrument
Die 3 größten Probleme mit der Patientenverfügung
Die wichtigsten Fragen zur Patientenverfügung
Sterbehilfe und Sterbebegleitung – Was ist was? Was ist erlaubt?
Maßnahmen in Patientenverfügungen – Was möchte ich? Was möchte ich nicht?
Flüssigkeit & Ernährung am Lebensende
Fragen zum Leben, zur Haltung und zum Umgang mit schwerer Erkrankung, Krisen, Sterben und Tod
Ausfüllhilfe Patientenverfügung
Schritt für Schritt zu Ihrer Patientenverfügung
Weitere Formulare, falls Sie bereits erkrankt sind
Ermittlung mutmaßlicher Wille
Nachwort
Wichtige Adressen für weiterführende Informationen
Fachbegriffe & Erklärungen
Zum Nachschlagen
Bogen A – J
Patientenverfügung


Vorwort

Sie sind zwar gesund und in den „besten Jahren“, gestalten Ihr Leben aktiv und gehören noch lange nicht zum „alten Eisen“, doch wer weiß schon, was morgen ist? Nicht nur im zunehmenden Alter, sondern auch durch Krankheit oder durch einen Unfall und mögliche Folgen können wir alle von heute auf morgen unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten sowie unser Bewusstsein einbüßen.
Stellen Sie sich einmal vor: Sie haben einen Unfall, sind bewusstlos, können sich nicht mitteilen, befinden sich in einer lebensbedrohlichen Situation und werden ins nächstgelegene Krankenhaus auf die Intensivstation gebracht. Da Sie sich im bewusstlosen Zustand nicht mitteilen können, ob Sie trotz fehlender Aussicht auf Besserung und Lebensqualität lebensverlängernden Maßnahmen um jeden Preis zustimmen wollen, werden die Therapien auf unbestimmte Zeit fortgesetzt.
Und was dann? Überlegen Sie weiter:
Wer kümmert sich um Ihre Angelegenheiten?
Wer spricht für Sie?
Wer entscheidet und handelt für Sie, wenn Sie dazu nicht mehr in der Lage sind?
Wie können Sie sicher sein, dass Ihr Wille beachtet wird?
Welche medizinischen Maßnahmen sind in Ihrem Sinne?
Welche Behandlungen sollen ergriffen und welche unterlassen werden?
Genau dafür empfiehlt sich eine PV, um die eigenen Wünsche verfasst und vermittelt zu wissen. Dabei ist es wichtig, typische Fehler beim Verfassen zu vermeiden, damit Ihre PV Gültigkeit hat, für Ärzte und Behandlungsteam verständlich und auch rechtlich bindend ist. Denn viele Patientenverfügungen sind ungenau, missverständlich und daher nicht gültig bzw. nicht rechtsverbindlich.
Hier möchte ich ansetzen und Ihnen mit meinen Beispielen aus der Praxis viele Fragen beantworten, Unsicherheiten nehmen und Sie auf dem Weg zu Ihrer PV Schritt für Schritt begleiten.
Dann bleibt mir nur noch, Ihnen von Herzen alles Gute zu wünschen und dass nie der Fall eintritt und Sie Ihre PV nie gebrauchen werden.

Herzlichst, Ihre Marion Jettenberger


Die größten Irrtümer rund um die Patientenverfügung>
In meiner täglichen Arbeitspraxis erlebe ich immer wieder, wie sehr die Begleitung Sterbender viele Angehörige belastet, ob mit oder ohne PV. Verantwortlich dafür halte ich die Tabuisierung von Tod und Sterben in unserer Gesellschaft, Wissenslücken sowie viele Mythen und falsche Annahmen rund um die PV. Die häufigsten 14 Irrtümer und Fehler möchte ich nachfolgend darstellen und aufklären.
Zuvor jedoch erzählt einer meiner Rat-Suchenden von dieser krankmachenden Not, in welcher sich viele Angehörige wiederfinden, wenn man sich nicht rechtzeitig mit der eigenen Endlichkeit und der seiner Lieben beschäftigt, nicht darüber spricht, oder wenn keine oder nur eine ungenaue oder ungültige PV vorliegt.

Ein Sohn, der an der Verantwortung fast zerbrach
„Ich hatte meiner Mutter eine PV aus dem Internet ausgedruckt und sie mehrfach gebeten, sich Gedanken zu machen und das Formular auszufüllen. Auch suchte ich jahrelang immer mal wieder das Gespräch mit ihr, bot ihr an, es gemeinsam durchzugehen oder eine Beratungsstelle aufzusuchen“, erzählt mir Theo, 51 Jahre, im Rahmen einer Beratung. „Doch sie wehrte sich mit Händen und Füßen dagegen. Als Begründung sagte sie, dass dies doch noch genügend Zeit habe. Als sie dann vor vier Monaten im Alter von 77 Jahren ins…