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Leseprobe für das Buch Therapiebegleithund Paula
20 unterhaltsame Kurzgeschichten
von Roland Gödel, Goedel:

Paula und die Bücherwand
Der Hund als Literaturkritiker

Ein Hund, der keine Dummheiten macht, ist entweder krank oder verhaltensgestört.
Zu dieser Erkenntnis kommt man, wenn man sich die nervenaufreibenden Ereignisse des ersten Hundelebensjahres in Erinnerung ruft. So gesehen war unsere 'Fellnase' völlig im Normalbereich.
Mittlerweile zählte Paula neun Monate. Das Alleinbleiben in der Wohnung hatten wir zur Genüge geübt. Wir waren uns einig, dass eine Stunde ohne Aufsicht nunmehr machbar sein sollte und gingen einkaufen. Ein getrocknetes Rinderohr als kurzweilige Ablenkung wurde beim Verlassen der Wohnung 'gereicht'. Als wir zurückkamen, war der Hund verschwunden. Auf unser Rufen erfolgte keine Reaktion und ein Schnelldurchgang durch alle Zimmer brachte Paula auch nicht wieder. In unsere Ratlosigkeit hinein fiel plötzlich ein größeres Buch aus einem der Bücherregale mittlerer Höhe.
Ein schwarzer Hundekopf kam zum Vorschein. Paula musste über Sofa und Sofalehne in den Regalfreiraum zwischen Bücherfront und Zimmerwand gekrochen und dann dort steckengeblieben sein. Weiter vorausrobben ging nicht, da in diesem Regal weiter hinten schwere und tiefstehende Bücher standen, der 'siegreiche Rückzug' war ihr wohl etwas unheimlich. Abwarten und Liegenbleiben hieß ihre Devise. Bevor ich den Hund abbergen konnte, musste ich erst einmal alle Bücher aus dem Regal herausräumen. Dabei kamen viele kleine Papierschnipsel zum Vorschein. Paula hatte sich also, um die Zeit unserer Abwesenheit zu nutzen, in die Bibliothek 'eingelesen'. Für tiefschürfende Buchbetrachtungen waren wir nicht lange genug weggewesen. Interessant fanden wir es allerdings, dass sie speziell die älteren Bücher mit antikem 'Gilb' bevorzugte.
So bekam der Begriff 'Literaturgeschmack' eine ganz neue Bedeutung. Des Weiteren war damit bewiesen, dass der Begriff 'Leseratte' als Alleinstellungsmerkmal für den 'homo sapiens' überholt ist.