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Leseprobe für das Buch Wanderers Gedanken
Lyrik, Texte und Ansichten 2018 / 2019
von Gernot Maria Grohs:

Vorwort

Eine der frühen Formen in der Literatur ist die Lyrik. Gleichwohl sind die frühesten nachweisbaren schriftlichen Überlieferungen nicht als Gedichte im heutigen Sinne anzusehen.
Die gegenwärtig gebräuchliche Bezeichnung Lyrik deutet auf die alte griechische Kultur hin. In dieser Epoche war das Lyrische ein zur Lyra gesungenes Lied, verankert in den Chorgesängen der griechischen Dramen und im religiösen Gebrauch. Bis heute ist eine enge Verbindung zum Lied nicht zu übersehen.
Anders als beispielsweise im arabischen Sprachraum, kam der Lyrik im deutschen Sprachgebiet eher eine untergeordnete Bedeutung zu, welche im vorigen Jahrhundert weiter rückläufig war. Dennoch zeichnen sich insbesondere in der Jugendkultur neue Formen von Lyrik und poetischer Sprechweise ab, welche unter anderem auf den Einfluss des Internets zurückzuführen sind.
Lyrische Texte stechen in den allermeisten Fällen im Unterschied zu epischen und dramatischen Werken sprachlich und formal durch ihre Kürze hervor. Strenge der sprachlichen Form, der Ausdruckskraft und der Prägnanz sind ein weiteres Kennzeichen. Hierzu verwendet man oft rhetorische und formelle Stilmittel, wie z.B. den Reim oder sprachliche Bilder, was öfters zu einer neuen, allerdings beabsichtigten Anordnung von Wörtern und Wortgruppen führt.
Bei einzelnen Dichtern des Altertums und der Lyrik des Mittelalters, insbesondere aber in den lyrischen Texten des Barockzeitalters und später in der avantgardistischen Literatur im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, wird die graphische Gestaltung des Schriftbildes zu einem eigenständigen, zum Teil beherrschenden Formelement.
In aller Regel unterscheiden sich Texte der Lyrik von Texten der Prosa im Wesentlichen schon durch ihre äußere Erscheinung, wie z.B. Vers, Versmaß oder auch Strophenbau. Im Lauf der Geschichte der Gattung Lyrik verlor dieses Merkmal allerdings immer mehr an Bedeutung. Bereits in Goethes Gedichten gibt es Beispiele, die ganz ohne Reim und mit freien Rhythmen auskommen.
Zentrale Form und hervorstechendes Unterscheidungsmerkmal lyrischer Texte ist und bleibt der Vers, welcher auch durch absichtlichen und sinnstiftenden Zeilenumbruch erwächst. Im Unterschied zu Texten der Lyrik sind die Zeilenumbrüche in Prosawerken rein technischer Natur, folgen keiner besonderen Folgerichtigkeit und sind für das Textverständnis ohne Bedeutung.
In diesem Sinne habe ich ein wenig experimentiert und hatte meinen Spaß an alten und neueren Formen, an gereimten und freieren Texten. Ich hoffe, meinen Leserinnen und Lesern ist diese Freude am Wort im Werk nachvollziehbar.

Leipzig, 07.08.2019
Gernot M. Grohs


Frühlingszauber

Der Morgen lüftet schon die Nebel
drunter zittert silbrig Gras
schnell heraus heut' kann ein jeder
alles tun und haben Spaß.

Grauer Schnee liegt in den Ecken
Kinder springen drüber hin
haben Kälte längst vergessen
nur noch Leichtigkeit im Sinn.

Blumen öffnen ihre Schönheit
Amseln pfeifen Licht herbei
und die bunte Welt sich recket
ruft und lacht: 'Heut' hab ich frei!'

11.03.2018


Kunst

Wie eine Grille unverzagt,
so singt Sybille manchen Tag.
Doch trotz ihrer lauten Stimme
ertrag' ich das Gesinge
nicht wirklich ohne Not!

Drum schließ' ich jetzt das Fenster,
so verstummen die Gespenster.
Ich küsse und herze Sybille
iel besser in aller Stille.

13.03.2018


Beziehung

Du - es war ein süßes Träumen
Du - es wurde mehr daraus
Du - es wurde etwas dunkler
Du - es wurde langsam kalt
Du - es kam das bitt're Ende

Du - wie hat es angefangen?

Du gingst, ich sah dir lange nach ...ward stumm.

13.03.2018


Alltag

Hasten, eilen,
eilen, hetzen.

Alltagslasten
Alltagssorgen
Alltagsleben

Augen
Blicke

Sie sieht mich!?
Ich sehe sie!?
Wir sehen uns!?
an!?

sehen

Sekunden

weiter, weiter,
hasten, eilen!

vorüber

kommt nie wieder!

14.03.2018


November I

Schwarze Vögel,
mit Raureif behangen,
im Nebel fast verborgen,
krächzen ihr karges Lied.

Schatten, in dicke Mäntel gehüllt,
huschen und eilen,
trübe Gedanken dampfend,
auf schmutzigen Straßen.

Der stete Wind fegt blattlose Zweige
im Zwielicht tröpfelnden Regens.
Trübes Licht zeigt unwillig
schmutzige Autos und Häusergrau.

Ein zartes Blümchen trotzt einsam,
ein stilles Lächeln auf den zartgelben Blättern,
der schwermütigen Dämmerung.

In einer Ecke,
gut geborgen,
träumt es
leise
von heiteren Tagen
und fröhlichem Singen.

15.03.2018