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Leseprobe für das Buch Selbstbestimmt leben bis ins hohe Alter mit Hilfe der SEGOFILS
Ein Bericht über die Entstehung und die Konzeption der Seniorengemeinschaft Obere Fils e.V (SEGOFILS)
von Norbert Necker:

Zum Entstehen dieses Buches

In meinem letzten Buch mit dem Titel 'Vorbereitet in den Ruhestand' wollte ich meinen Lesern Hilfen anbieten für das Leben im Ruhestand. Dabei habe ich unter anderem die folgenden verschiedenen Lebensschwerpunkte betrachtet und den Lesern dafür einige Ratschläge und Tipps angeboten, weil ich die Bewältigung dieser Problemkreise für den älteren Menschen für besonders wichtig erachte:
  • Wie und wo werde ich im Alter einmal wohnen und leben? -
  • Gesundheit, Sport -
  • Finanzielle Situation -
  • Beziehungen, Partnerschaft und Ehe, Alterseinsamkeit -
  • Tätigkeiten, Interessen, Hobbys -
  • Situation für den Ehepartner, wenn der andere Partner früher stirbt -


Das Thema 'Wie und wo werde ich im Alter einmal wohnen und leben' war neben den anderen Themen nur ein thematischer Schwerpunkt meiner Ausführungen. Ich habe bei diesem Thema in aller Kürze dem Leser einige alternative Wohnmöglichkeiten wie z.B. 'Mehrgenerationenhäuser', 'Graue Wohngemeinschaften' (Kommunen), Wohnen mit Abschluss einer 'Zustifter Rente' und die Idee der 'Seniorengenossenschaften' nach dem Riedlinger und Lenninger Vorbild vorgestellt. Das letztere, alternative Wohnmodell hatte mich von Anfang an fasziniert und bei Abschluss des Buches war ich schon dabei, Gesinnungsgenossen für ein eigenes Modell einer Seniorengenossenschaft oder, wie wir es später nannten 'Seniorengemeinschaft', zu gewinnen. In relativ kurzer Zeit ist es mir gelungen, genügend Mitstreiter zu rekrutieren und den Verein 'Seniorengemeinschaft Obere Fils e.V.' zu gründen (22.07.2011). Seit dem 1.11.2011 ist unsere Seniorengemeinschaft aktiv tätig. Nun wurde ich von verschiedener Seite gebeten, meine Erfahrungen beim Aufbau und bei der Arbeit unserer Seniorengemeinschaft nach über einem Jahr unserer Tätigkeiten an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Vor allem Personen aus dem Göppinger Raum beklagten, dass in der Berichtererstattung der örtlichen Presse kaum etwas über die SEGOFILS stehen würde. Sie baten mich unsere Erfahrungen allen Bewohnern im Göppinger Raum zugänglich zu machen,
  • weil an der Thematik großes Interesse bestehen würde -
  • weil eine größere Anzahl von Personen auch aus dem Göppinger Raum in der Gründungsphase unsere Informationsveranstaltungen besucht hatten und nun über den weiteren Verlauf unseres Projektes informiert werden wollten -
  • weil für die Thematik der 'Seniorengemeinschaft' auch bei vielen älteren Bewohnern weit über den Kreis Göppingen hinaus großes Interesse bestehen würde -
  • weil nicht zuletzt einige Mitglieder der SEGOFILS eine Dokumentation über die Entstehung der SEGOFILS besitzen wollten, in der sie und ihre Nachkommen später einmal nachlesen können, wie 'denn alles so entstanden ist' -


Diesem Wunsch bin ich gerne gefolgt und so widme ich mich in dem vorliegenden Band ganz dieser Thematik. In gewisser Weise führe ich damit das im vorhergehenden Band angeschnittene Thema nun im Detail fort. Obwohl die Fragestellung 'Wie und wo werde ich im Alter einmal wohnen und leben?' dabei natürlich im Vordergrund steht, wird der Leser sehr bald erkennen, dass die oben aufgeführten Problemkreise mehr oder weniger auch bei der Beschreibung einer Seniorengemeinschaft direkt oder indirekt tangiert werden. Die zwei unten stehenden Themenbereiche habe ich noch zusätzlich aufgegriffen und dargestellt, weil ich sie für besonders wichtig erachte. Ich möchte damit
  • die gesellschaftspolitische Hintergründe aufzeigen, die jetzt und in Zukunft für die ältere Generation in unserer Gesellschaft von Belang sind oder sein werden -
  • Hilfen für die eigene Lebensgestaltung und für die Auswahl geeigneter Wohnformen im Alter anbieten. Beim Lesen von Kapitel 5 wird deutlich, dass auch für mich das Leben mit Hilfe der SEGOFILS nur eine von mehreren Wohnmöglichkeiten im Alter darstellt, und dass es dazu, je nach individuellen Voraussetzungen, durchaus andere, geeignete Alternativen gibt.


Es ist nicht vermeidbar, dass einige Informationen aus 'Vorbereitet in den Ruhestand' noch einmal wiederholt werden müssen, weil ich nicht bei jedem Leser voraussetzen kann, dass er dieses Buch auch gelesen hat. Zu Beginn unserer Tätigkeit am 1.11.2011 wollten wir eigentlich eine Mitarbeiterin auf unserem Büro einstellen. Diese sollte viele Arbeiten z.B. auch die Koordinierung von Helfern und Leistungsnehmern übernehmen. Da das Büro aus baulichen Gründen erst am 1.03.12 besetzt werden konnte, mussten alle Tätigkeiten auf unsere Vorstandsmitglieder verteilt werden. Ich übernahm zum großen Teil die Koordinierung der Helfer und Leistungsnehmer. Das war in der Anfangsphase mit viel Arbeit verbunden, die im Wesentlichen in der Rekrutierung der Helfer (die zum Teil nicht immer zur Verfügung standen) und in Erstbesuchen beim jeweiligen Leistungsnehmer bestanden. Dazu musste ich die einzelnen Leistungsnehmer in ihrer häuslichen Umgebung aufsuchen und bekam Einblicke in deren jeweilige Lebenssitutation, erfuhr hautnah die Probleme der einzelnen Personen und wurde konfrontiert mit den Grenzen unserer Möglichkeiten. Das führte manchmal auch dazu, dass Verhandlungen z.B. mit Pflege- und Altenheimen aufgenommen werden mussten. Im Nachhinein möchte ich diese gewonnenen Erfahrungen nicht missen, so deprimierend sie auch manchmal waren. Sie lehrten mich mehr Aufgeschlossheit gegenüber den Klagen der älteren bedürftigen Menschen und mehr Verständnis für ihre Verhaltensweisen und ihre Probleme aufzubringen. Zwangsläufig stellte sich auch das Gefühl von Dankbarkeit und Demut dafür ein, dass es einem selbst noch besser ging. Die Fälle, in denen ich Abhilfe für die Probleme schaffen konnte, bestärkten mich nur noch mehr in meiner Absicht, den Bestand unserer Organisation zu sichern und auszuweiten. Auch wenn man die ganze Konzeption schon mehrfach mit den Mitstreitern theoretisch vorher durchdacht und durchdiskutiert hat - Zweifel bleiben immer. Und so kann nichts das 'schöne' Gefühl ersetzen, das sich nach einer gelungenen Hilfsaktion einstellt, und man erleichtert feststellen kann: 'Die Idee unserer SEGOFILS klappt tatsächlich, unsere Konzeption funktioniert!'