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Leseprobe für das Buch Ich heiße übrigens Jenny von Christa Weniger:

Die Ente kommt

Was damals geschah, stellte die bisher herrschende Ordnung auf den Kopf und meine Vorrangstellung vorübergehend in den Schatten.
Nach den Ferien kam Frauchens kleiner Neffe mit einem größeren Karton unter dem Arm an, aus dem er ein neues Tier holte.
Bei näherem Hinsehen und vorsichtigem Beschnüffeln entdeckte ich, dass es sich um eine Ente handeln musste. Enten kannte ich schon von Spaziergängen in verschiedenen Parks, einen gibt’s in unserer Nähe.
Jedes Mal, wenn ich nach Frauchens Ansicht zu nah an die Parkenten kam, die sowieso schnatternd ins Wasser stürzten, wurde mein Stachelhalsband schmerzhaft stramm gezogen.
Wäre ich ohne Leine gewesen, hätten die natürlich keine Chance gehabt!

Die neue Ente war wohl noch sehr jung. Sie war gelblich, fusselig, von richtigen Federn keine Spur! Aber einen Schnabel hatte sie und produzierte auch sofort Töne.
Kaum war sie ausgepackt, nahm sie Besitz von meinem Garten! Gehen konnte man das Fortbewegen sicher nicht nennen, denn sie war ziemlich unbeholfen.
Frauchen meinte, dass das wohl von der kleinen Kiste kommen müsse, in der die Ente die ersten Wochen ihres kurzen Lebens auf dem Balkon des Neffen verbracht hatte.
Sie wurde in ein Freigehege gesetzt, und wir glaubten, sie liefe mehr rückwärts als geradeaus. Sie hatte erhebliche Gleichgewichtsstörungen.
Alle machten ein großes Getue um die Ente. Sie standen umher und beobachteten die mühseligen Balanceakte.
Gleich kam Frauchens Tochter und brachte 'Leckerchen' für die Ente, nicht für mich. Es waren Garnelen, die sie sonst nur für mich aus dem Hühnerfutter sammeln und köstlicher Zwieback.

Es tut sehr weh, so wenig Beachtung zu finden! Ich konnte kaum hingucken. Wenn ich mich auch abwendete, musste ich doch alles mit anhören.



Ein lustiger Trauerfall

Überhaupt hatten sie die Ente nur aufnehmen können, weil das Kaninchen im Mai gestorben war, ganz ohne mein Dazutun!
Es fraß gut, magerte dabei stark ab, nieste anfallartig und machte eines Tages einen spitzen Schrei, fiel auf die Seite und blieb liegen.
Da an dem Tag eine große Familienfeier war, stellte Herrchen einen Liegestuhl vor den Stall, und wir glaubten, die Angelegenheit könne für einige Stunden ruhen.
Aber nein!
Denn als eine Tante nach einiger Zeit auch merkte, ...