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Leseprobe für das Buch 267 Tage Seelenkollaps
Zum Leben zu sinnlos, zum Sterben zu kostbar
von Marion Jettenberger:

SIEBENUNDNEUNZIG
Therapiesitzung

Wieder bei der Ärztin für Psychotherapie. Ich erzählte ich auch ihr von diesen 'Zuständen'. Auch sie bestätigte es als Angstattacke und bestärkte mich, Tavor als Notfallmedikament zu Hause zu haben, 'für alle Fälle'. Warum auch nicht. Ich solle mich nicht so quälen, sonst entstehe so ein Teufelskreis mit der Angst vor der Angst, vor der Angst ... Mir ist klar, dass das Medikament besser ist als meine Selbstmedikation mit meinem Beruhigungsmittel Alkohol. Immer, wenn es um Medikation geht, frage ich mich, ob es denn wirklich schon so schlimm sei mit mir und was wohl dann als Nächstes komme. Ich bin eigentlich keine Tablettenschluckerin.

HUNDERTEINS
EXISTENZIELLE ÄNGSTE

Wie soll nur alles weitergehen?
Ich versuche ruhig zu bleiben und vor allem positiv und sage mir immer wieder: 'Das wird schon wieder, das ist nur eine Lebenskrise, die vorübergehen wird.' Trotzdem überkommen mich solch existenzielle Ängste, die ich sehr bedrohlich finde. Nämlich: Kann ich mir meine Wohnung, mein Leben, mein Auto ... alles noch leisten? Ohne Arbeit, aktuell mit Krankengeld? Irgendwann sind meine letzten Reserven aufgebraucht ... Gefühlt dauert dieser 'Zustand' schon seit einer halben Ewigkeit an und ich frage mich, ob und wann ich wieder auf die Beine komme!? Was, wenn es immer so bleibt?

HUNDERTDREIUNDFÜNFZIG
starr und frostig

Manchmal denke ich, ich lebe gar nicht mehr – oder werde eher gelebt, von irgendwem, irgendwas, in jedem Fall nicht von mir selbst, denn ich bin so passiv. Alles ist so stumpf und dumpf und 'fliegt' irgendwie an mir vorbei ... - Das passiert mir? Der Macherin? Ich bin doch so eine, die immer voll präsent ist, DA ist, im Sinne von 'Bam, da bin ich!' Und jetzt dieses Passive, diese 'Wurschtigkeit', dieses Starre, Unbeeinflussbare. Es ist befremdlich, wie eine Art Lähmung, fast so, als spüre ich mich selbst nicht, wie eingefroren, als wäre ich nicht da oder zumindest nicht ich. Seltsam.

HUNDERTVIERUNDFÜNFZIG
'Es wird doch wieder, oder?'
Ich berichte meiner Hausärztin von meiner Not, wieder einmal weinend und kaum fähig zu sprechen. Ich berichte, wie schlecht es mir geht, wie sehr mich dieses 'Es wird doch wieder?' beschäftigt und ob die Tabletten überhaupt nutzen. Sie macht mir Mut, sagt, es dauert, aber sie glaube fest daran, dass ich wieder ganz gesund werde. Außerdem bleibe sie an meiner Seite, so verspricht sie mir. Sie bittet mich um Geduld und darum, nicht aufzugeben. Geduld. Mein neues Lieblingswort. Ich versuche es.

HUNDERTFÜNFUNDFÜNFZIG
Kopf und Bauch

Mir ist kognitiv ganz klar und das sage ich mir immer wieder:
'Marion, das ist nur eine Krise, die du durchwandern musst. Sicherlich hat das hier auch was Gutes, auch wenn du es jetzt kaum spürst und auch noch nicht weißt wozu und verzweifelt und verzagt bist - DU GEHST AUS DIESER SACHE SICHERLICH GESTÄRKT HERVOR!'