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Leseprobe für das Buch Die Passion und der Prozess Jesu von Hermann Multhaupt:

„Das ganze Volk, das zu ihm kam“ (Joh 8,2), „das an Jesus hing und ihm zuhörte“ (Lk 19,48) „und sich über seine herrlichen Taten freute“ (Lk 13,17).

Zur Einleitung

Der Justizfall Jesus von Nazareth beschäftigt die Menschen auch 2000 Jahre nach seinem Ende noch. Wer trägt die Hauptschuld an diesem Tod? Die Juden? Die Römer unter Pontius Pilatus? Oder war es ein Zusammenspiel unglücklicher Umstände? Der Prozess Jesu ist sicher der größte und folgenschwerste, auch wenn es sich nur um eine Gerichtsverhandlung von wenigen Tagen handelte. Nach der Gründung des Staates Israel 1948 erhielt Dr. M. Smoira, der erste Obergerichtspräsident, in seiner Kanzlei in Jerusalem Anträge christlicher Theologen aus aller Herren Länder auf Revision des Prozesses Jesu. Der Rechtsgelehrte Dr. Smoira nahm die Anträge ernst, doch konnte er ihnen nicht stattgeben – es gab keine Unterlagen mehr, die für ein prozessuales Wiederaufnahmeverfahren ausgereicht hätten. Die Berichte der Evangelisten waren in sich zu widersprüchlich und zudem tendenziös. Auch was der Talmud darüber verlauten ließ, war für eine Revision nicht ausreichend.
Dennoch blieb das Thema aktuell. Nach den Theologen, die sich fast ausschließlich mit dem Fall beschäftigten, traten Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts auch die Historiker auf den Plan. Und seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben sich auch Juristen wieder mit dem Fall beschäftigt. Dazu gehörte u. a. Chaim Cohen, Richter am Appellationsgericht in Jerusalem. Er hielt anlässlich des fünften Todestages des Gerichtspräsidenten Dr. Smoira im Oktober 1966 an der Hebräischen Universität in Jerusalem vor Juristen eine Vorlesung, in der er sich gegen die Ansicht des Jesuiten Josef Blinzler aussprach, der in seinem Werk „Der Prozess Jesu“ (1951/1955) festgestellt hatte: „Die Hauptverantwortung liegt auf jüdischer Seite“, sondern sich der Argumentation des Historikers Paul Winter („On the Trial of Jesus“, 1961) anschloss, dass von einer Strafverhandlung gegen Jesus durch die jüdische Gerichtsbehörde keine Rede gewesen sei. Oberrichter Cohen behauptete, dass der Hohepriester Kajaphas vor der Gerichtsverhandlung vor Pontius Pilatus einen letzten Versuch unternommen habe, Jesus zur Rücknahme seiner von ihm geäußerten oder angedichteten Proklamation „König der Juden“ zu sein, zurückzunehmen. Erst als das nicht gelungen sei, habe er den weiteren Schritt auf den römischen Statthalter zu gehen müssen.
Eine Ehrenrettung des Kajaphas und des jüdischen Hohen Rates, des Sanhedrins, unternahm der Neutestamentler Ethelbert Stauffer aus Erlangen in seinem Buch „Jesus, Gestalt und Geschichte“, 1957, in dem er feststellte: „Das Todesurteil des Großen Synhedriums über Jesus war kein Justizmord, sondern juristisch vollkommen in Ordnung. Die Sabbatverletzungen Jesu waren so massiv und demonstrativ, seine sonstigen Verstöße gegen die Thora so provokativ wie nur möglich. Unter diesen Umständen mussten seine ‚Machttaten, Wunder und Zeichen‘ nach Deut. 13, 1 ff. als pseudoprophetische Verführungskünste gebrandmarkt werden (Mark. 3, 22).“
Wie viele Argumente gegen Juden, gegen Pontius Pilatus und gegen die unterschiedliche Darstellung der Leidensgeschichte durch die Evangelisten auch angeführt werden, Licht ins Dunkel werden sie wohl nie bringen. Als Christen sind wir gewillt und auch verpflichtet, den Leidensweg Jesu als Weg der Versöhnung zu sehen, was immer im Einzelnen geschieht. Jesus hat sich angeboten, die sündige Welt mit dem himmlischen Vater wieder in Einklang zu bringen. Insofern ist der Verlauf der juristischen Auseinandersetzungen nur sekundär wichtig, denn er hätte am Ausgang des Prozesses nichts geändert. Im Vordergrund steht der Kreuzestod Jesu um das Heil, die Erlösung der Menschen willen. Das zu begreifen, ist schwer genug und vollzieht sich nur im Glauben. Dieses Buch ist ein weiterer Versuch, historische Gegebenheiten und fiktive Vorkommnisse zu einer Handlung zu vereinen, um zu zeigen, wie groß das unverdiente Opfer des Gottessohnes Jesus Christus für uns Menschen war und welchen Respekt und Dank wir ihm abgewinnen müssen.

I.
Joseph verschloss seine Werkstatt in Nazareth für immer. Er betrachtete den Schlüssel, mit dem er vierzig Jahre die Tür zu seinem Reich auf- und zugeschlossen hatte, und übergab ihn dann an Aaron, seinen ältesten Gesellen.
„Jetzt bist du dran“, sagte er mit einem wehmütigen Lächeln. „Nun sieh zu, dass du das Zimmereigeschäft am Leben erhältst.“
„Keine Sorge, Joseph“, sagte Aaron. „Dank deines festen Kundenstammes werde ich schon zurechtkommen.“
„Sag das nicht, mein Lieber. Die Leute sind nicht mehr so kauffreudig wie früher. Sie drehen die Denare ein paarmal um, bevor sie sie ausgeben. Die Steuerlast der Römer drückt sie, und sie überlegen sich zweimal, ob sie den Tisch oder den Stuhl ihrer Wahl tatsächlich in Auftrag geben.“
Aaron nahm seinen Meister in die Arme. „Das alles muss dich fortan nicht mehr kümmern, Joseph. Du hast nun Zeit, den Interessen nachzugehen, für die du während deiner beruflichen Jahre keine Zeit hattest.“
Joseph nickte, aber es sah aus, als würde er an dieses „Ja“ selbst nicht glauben.
„Ich hätte gern noch ein paar Jahre weitergearbeitet“, seufzte er, „und ich hatte mich auch ganz auf meinen Sohn Jesus verlassen, dass er die Werkstatt eines Tages übernähme. Aber du weißt ja, dass er sich plötzlich zum Wanderprediger berufen fühlte und seit Jahren durch die Lande zieht.“
„Ich verstehe. Das war ein harter Schlag für dich.“
Joseph trat auf die Straße hinaus. Der Tag zog sich in die abflauende Hitze des beginnenden Abends zurück. Die Schatten zeichneten längere dunkle Streifen um die Häuser. Auf der Straße war im Augenblick niemand zu sehen.
„Ich wusste ja, dass mit dem Jungen etwas nicht stimmte. Er war anders als die in seinem Alter. Das zeigte sich schon seit seiner Kindheit. In Jerusalem damals, als er mit Zwölf zum ersten Mal mit uns nach Jerusalem wallfahrtete, fanden wir ihn doch tatsächlich im Tempel unter den Schriftgelehrten und Pharisäern sitzen. Er hörte nicht nur zu, er machte auch sein Wort, und alle waren begeistert. Seither nahm die Frömmigkeit immer mehr zu.“
„Aber er war doch ein guter Helfer in deiner Werkstatt“, bemerkte Aaron. Er drehte den Schlüssel in den Händen und wusste nicht, wie er Joseph trösten sollte. Denn er spürte dessen Traurigkeit und Wehmut.
„Nicht nur Helfer, Aaron, auch Planer und Architekt. Mancher Thoraschrank geht auf seine Entwürfe zurück. Aber ich will dich nicht aufhalten. Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück in der Werkstatt. Wenn du gestattest, schaue ich gelegentlich mal um die Ecke – und dir auf die Finger“, lächelte Joseph und reichte Aaron die Hand.
Joseph ging die Dorfstraße hinunter. Der Mittelpunkt des Ortes lag in einer flachen Mulde, deshalb war es hier jetzt noch wärmer als an den Berghängen, wo noch einige Bauern hinter dem Pflug gingen. In der Nähe standen die Häuser der Neubausiedlung, die Joseph mit Jesus und den Hilfskräften gebaut hatte. Seitlich lag die Synagoge. Joseph überlegte, ob er auf einen Sprung hineingehen sollte. Er entschied sich für einen kurzen Aufenthalt, denn zu Hause war noch einiges zu tun, seit Maria wieder einmal ihrem Jesus folgte und in seiner Gesellschaft durch Judäa zog. Joseph betrat das Gebäude. Er nahm die Kippa, die Kopfbedeckung, die zu tragen jeden Juden beim Betreten einer heiligen Stätte verpflichtet. Einen Augenblick verharrte er auf der Schwelle, bis sich seine Augen an das Zwielicht des Raumes gewöhnt hatten, dann setzte er sich auf einen Stuhl in der letzten Reihe. Seine Hände formten sich zum Gebet.

Mein Gott! Die Seele,
die du mir rein gegeben,
du hast sie geschaffen,
du hast sie gebildet,
du hast sie mir eingehaucht,
und du hütest sie in mir,
du wirst sie einst von mir nehmen
und sie mir wiedergeben
in der zukünftigen Welt.
So lange die Seele in mir ist,
danke ich dir, Ewiger, mein Gott
und Gott meiner Väter,
Meister aller Werke,
Herr aller Seelen.
Gelobt seist du, Ewiger,
der die Seelen zurückgibt den toten Leibern.

In dieser Synagoge hatte sein Sohn Bar Mitzwa gefeiert, das Fest der religiösen Mündigkeit. Er hatte den Gebetsschal – Tallit – getragen und den Gebetsriemen – Tefillin – und später sogar gelehrt. Woher nahm er seine Erkenntnisse? Er war doch kein Gelehrtenschüler gewesen, kein Talmid Chacham, sondern hatte die hebräische Bibel auf seine Weise interpretiert. Dabei war er mit den Pharisäern aneinandergeraten. Obgleich sie ihm im Grunde wohlgesonnen waren, denn sie nannten ihn stets „Rabbi“, was eine Ehrenbezeugung war, konnten sie manche seiner Lehren nicht gutheißen. Sie wollten das ganze Leben in Gesetz und Brauchtum dem geoffenbarten Willen Gottes unterstellen. Trinken und Essen, Arbeit und Ruhe, Geschlechtsleben und Hygiene, Kleidung und Haartracht sollten in den Dienst Gottes gestellt und ihm untergeordnet werden. Nach ihrer Meinung verweichlichte Jesus den Schatz der Gebote, indem er am Sabbat tat, was strikt verboten war. Wiederholt waren sie darüber in Streit geraten. Maria, die Mutter Jesu, wusste mehr, sie war Zeugin mancher Auseinandersetzungen. Bei einer der Predigten waren die Schriftgelehrten so erbost gewesen, dass sie ihn unangefochten aus ihrer Mitte wiesen.

Als Joseph die Synagoge verließ, umfing ihn das goldene Licht der untergehenden Sonne. Er ging in sein Haus, das immerhin aus drei Zimmern bestand, was auf einen gewissen Wohnstand verwies, doch die Leere, die ihm entgegengähnte, war dazu angetan, seine wehmütige Stimmung noch zu verstärken. Was sollte er jetzt, allein, in diesen leblosen Wänden?
Als es klopfte und er öffnete, stand Jedida draußen. Jedida war eine junge Witwe, die zwei Kinder hatte, Zipora und Joachim. Um sich für ihren Lebensunterhalt etwas dazuzuverdienen, führte sie Joseph in Abwesenheit Marias den Haushalt, denn sie besaß keinen Bruder, der sie hätte zu sich nehmen müssen. In jüngster Zeit geschah das umso häufiger, je mehr sich Maria in der Umgebung ihres Sohnes aufhielt. Einige Male war sie zurückgekommen mit dem Vorsatz, sobald aus Nazareth nicht mehr wegzugehen. Zwischen ihr und Jesus gab es manche Spannungen, weil die Verständigung zwischen beiden oftmals schwierig war. „Ich verstehe ihn nicht“, hatte Maria bei ihrem letzten Aufenthalt in Nazareth gesagt. „Er hat seine eigene Anschauung von der Welt.“
„Du vergisst, woher er gekommen ist, Maria. Er ist die Frucht des Heiligen Geistes“, hatte Joseph geantwortet.
Die Annahme dieses göttlichen Kindes war für ihn, einen angesehenen Bürger des Ortes und Nachkömmling aus dem Geschlecht des Königs David, nicht immer leicht gewesen. Früher hatte ihm manch hämischer, schadenfroher und auch boshafter Blick gegolten, was so viel bedeutete wie: Nun hast du eigene Kinder, die inzwischen fast erwachsen sind, und musst dir noch diese Frau mit dem Kind unbekannter Herkunft ans Bein binden. In Jesu Kindheit hatte es keine Schwierigkeiten mit der Erziehung gegeben. Und auch als Jugendlicher gab es keine Probleme mit ihm. Seine Frömmigkeit war allerdings schon von frühen Tagen an auffällig gewesen, was seine Eltern mit Wohlwollen und Dankbarkeit bemerkt hatten.
„Du bist heute nicht ganz bei der Sache“, sagte Jedida lächelnd, als Joseph ihr geöffnet und ihren Gruß nicht erwidert hatte. „Fühlst du dich nicht wohl?“
„Doch, doch“, stammelte er, „ich mache mir Gedanken, ob die Zimmerei so weiterläuft wie bisher.“
„Aaron ist ein toller Bursche. Er hat viel von dir gelernt. Mach dir keine Sorgen.“
Joseph nickte. Er entledigte sich seines Lendenschurzes und ging zu den Wasserkrügen, um sich zu waschen.
„Ich werde zuerst zum Brunnen gehen und die Wasservorräte auffüllen“, schlug Jedida vor. Josef nickte. Im Holzkasten, den er mit allerlei Schnitzwerk versehen hatte, lag das Fladenbrot, das am Morgen gebacken worden war. Josef nahm eine Scheibe, brach eine Hälfte davon ab und schob sie sich stückweise in den Mund. Während er kaute, wanderten seine Augen den Bord unterhalb des Fensters entlang. Dort stand das Spielzeug, das Jesus gehört und von dem sie sich nicht hatten trennen können: Kleine Figuren, ein Eselswagen, die Nachbildung einer Ölmühle, ein Haus, wie der kleine Jesus es sich vorgestellt hatte, mit winzigen Figuren davor. Joseph seufzte. Er versorgte die Turteltaube, die in ihrer Voliere erregt auf und ab flog, als sie Joseph erblickte. Sie wusste, dass ihr jetzt eine Handvoll Körner zuteilwurde.
Jedida kam zurück. Sie stellte den Wasserkrug ab. Sie sah bleich aus.
„Was ist? Ist etwas passiert?“
Joseph folgte jeder ihrer Bewegungen. Jedida nahm Josephs Hand. „Es muss etwas Ungeheuerliches geschehen sein“, sagte sie mit belegter Stimme. „Dein Sohn, Jesus, hat einen Menschen von den Toten auferweckt.“
„Von den Toten?“
„Ja. Einen jungen Menschen, wie man hört. Man erzählt es sich am Brunnen. Ein Reiter brachte die Neuigkeit mit. Näheres wusste er nicht.“
Joseph spürte, wie seine Beine mit einem Male zu zittern begannen. „Wo finde ich diesen Mann?“
„Er ist nicht mehr da. Weitergeritten nach Gat-Hefer, dem Heimatort des Propheten Jonas.“
Joseph musste sich setzten. Vor seinen Augen begann es zu kreisen. Eine schwarze Wolke verdunkelte seine Wahrnehmung. Dann sackte er überwältigt zusammen.

II.
Es grenzte an ein Wunder, dass man Jesus beim Einzug in Jerusalem nicht gleich verhaftete. Da ihn eine größere Volksmenge begleitete, fürchtete man wohl eine Demonstration, und so ließ man ihn ziehen. Ja, man gestattete ihm sogar, den Vorhof des Tempels zu betreten und nach gewohnter Weise zu lehren. Er sprach in der östlichen Halle, die nach Salomo benannt wurde, zu den Menschen. An diesem Ort kamen des Öfteren Gruppen zu Gesprächen zusammen. Hier erläuterte Jesus seine Sendung, prangerte aber auch den Unglauben Israels an. Die Schriftgelehrten, die zahlreich zugegen waren, griffen immer wieder in die Debatte ein, um einen Keil zwischen den Rabbi und seine Anhänger zu treiben und das Volk abtrünnig zu machen. Sie hatten sich eine feine Strategie ausgedacht, als sie eine der heikelsten Fragen, die viele Menschen beschäftigten, an Jesus richteten: Dürfen wir Juden, die wir doch mit Gott im Bunde stehen, dem Kaiser Steuern zahlen? Diese Abgaben konnten möglicherweise für den Götzendienst der Römer verwendet werden …
Es gab einen radikalen Flügel der Juden, die Zeloten, die wegen der kurzen Dolche, die sie trugen, auch Sikarier genannt wurden, was von sica, Dolch, herrührt, und die die Zahlung von vornherein mit Nachdruck ablehnten. Es war in der Vergangenheit wegen dieser Verweigerung sogar schon zu Aufständen gekommen, die die Römer blutig niedergeschlagen hatten. Einmal hatte der Landpfleger und Präfekt Pontius Pilatus sogar bewaffnete Soldaten verkleidet unter das Volk geschickt, die auf seinen Befehl die Anführer des Aufruhrs mit Knüppeln erschlugen. Andere Gruppierungen, die längst erkannt hatten, dass sich Widerstand nicht lohnte, und die im Scheinfrieden mit der Besatzungsmacht die einzige Möglichkeit sahen, halbwegs selbständig zu bleiben, hatten sich mit den Zahlungen abgefunden. Unter den Schriftgelehrten saßen auch einige Anhänger des Herodes Antipas, die mithören sollten, wie Jesus in die Falle ging.
Eleasar, einer der führenden Schriftgelehrten, näherte sich Jesus und sagte einschmeichelnd: „Rabbi, wir wissen, dass du ein Mann der Wahrheit bist und die Wahrheit lehrst. Du siehst nicht auf die Person des Menschen, noch wertest du ihn nach seinem Verdienst. Du lehrst den Weg Gottes nach der Wahrheit. Sag, ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen?“
Jesus lächelte. „Bringt mir einen Denar“, sagte er.
Einer der nächststehenden Männer reichte ihm die Münze. Einige Männer in seiner Umgebung wandten sich ab. Das Bild des Cäsaren widersprach ihrer Überzeugung, dass man sich von Gott und einem Menschen kein Bild machen dürfe.